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Kreativraum

Kreativraum

Ästhetische Bildung ist vor allem die Bildung von sinnlicher Wahrnehmung und Kreativität. Im Kindesalter sind ästhetische Bildung und Persönlichkeitsentwicklung eng verknüpft. Im kreativ-gestalterischen Bereich bieten wir den Kindern genügend Zeit, Raum, Möglichkeiten und Anreize, damit die Kinder ihre Vorlieben, Begabungen und Interessen entdecken und vertiefen können.

 

Die Materialien und Werkzeuge im Kreativraum und der Holzwerkstatt sollen so ausgewählt werden damit sie alle Kinder, gleich welchen Alters und Entwicklungsstandes, ansprechen. So gibt es z. B. Wippscheren, welche im Kleinkindalter das Schneiden erleichtern. Später wechseln Kinder zu den normalen Scheren um zu Schnippeln, mit zunehmendem Alter, Erfahrung und Übung sind die Kinder dann in der Lage immer schwierigere Papiere, Formen oder Werke zu schneiden. Zu finden sind auch verschiedenartige Pinsel, Stanzer, Papiere und Werkzeuge, welche jede Alters- und Entwicklungsstufe fördern.

Im Vordergrund soll immer das eigene Schaffen stehen.

Wir möchten den Kindern die Möglichkeit geben, eigene Ideen zu entwickeln, sich gegenseitig anzuregen und zu unterstützen. Ein weiterer Fokus liegt auf den Erfahrungen, welche Kinder mit den unterschiedlichen Materialien machen können, um alltäglichen Dingen (Upcycling) eine neue Bedeutung zu geben.

Mit der Einrichtung einer Holzwerkstatt möchten wir den Kindern einen Raum schaffen, indem sie hämmern, bohren und sägen können um neue Erfahrungen zu sammeln. Zu entdecken gibt es außerdem Nägel, Schrauben, Feilen, verschiedene Werkzeuge, Holz und Materialien, die die Kinder zum „arbeiten“ verwenden dürfen. Durch Versuch und Irrtum, aber auch durch Beobachtung oder Hilfestellung anderer Kinder oder des päd. Personals erweitern die Kinder ihr gestalterisches Spektrum immer mehr.

 

Auch die Sprachentwicklung ist im Kreativraum-Holzwerkstatt ein weiterer großer Förderbereich. Kinder eignen sich einen immer größeren Wortschatz an. Sie lernen die unterschiedlichen Materialien und Werkzeuge zu benennen und erweitern so ihr fachliches Wissen. Es gibt z. B. unzählige Arten von Papier: Ton-, Krepp-, Transparent-, Seiden-, Glitzerpapier, Tonkarton, Moosgummi, beflocktes Papier, Karton, Tapetenrollen, u.v.m. Im Austausch mit anderen Kindern oder dem päd. Personal über ihre Kunstwerke und ihre Erfahrungen, beim Erörtern von Lösungswegen oder Erfinden von Bildergeschichten wird die sprachliche Ausdrucksfähigkeit gestärkt. Buchstaben und Zahlen spielen auch in diesem Lernbereich eine große Rolle. Häufig wird das Blatt erst einmal mit Phantasiebuchstaben beschrieben, dann folgen die ersten Buchstaben des eigenen Namens bis hin zu ganzen Buchstabenfolgen oder erstem Schreiben. Mathematische Erfahrungen werden hier ganz nebenbei und oft sehr lebenspraktisch gesammelt. Wie viele Beine hat das Huhn? Das Pferd? Wie viele Ecken das Dreieck/Viereck/der Kreis? Aber auch das Abzählen von freien Plätzen am Wasserfarbtisch, das gebastelte Buch mit Seitenzahlen zu beschriften oder das abmessen benötigter Holzstücke fallen in den Bereich der mathematischen Bildung.

 

Unsere Aufgabe als pädagogisches Personal ist die Beobachtung und Anregung dieser Lernprozesse. Wir unterstützen die Kinder beim kreativen Gestalten und bieten eine Vielfalt an Möglichkeiten an. Wir schaffen eine “vorbereitete Umgebung” und wertschätzen das Tun. Ganz nach dem Motto “Der Weg ist das Ziel”, geht es nicht um das Endergebnis. Den Kindern ist das ausprobieren und experimentieren und vielfache Umgestalten der Materialien oft wichtiger.

Sag mir und ich werde es vergessen.

Zeig mir und ich werde es vielleicht behalten.

Lass es mich tun und ich werde es können.